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Universität der Bundeswehr München

Workshop: Senioren. Medien. Übermorgen.

Motivation

Aktuell finden in ganz Europa im Rahmen des Ambient Assisted Living Joint Programme (AAL JP) umfangreiche Aktivitäten statt, um die Lebensqualität einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft durch die Entwicklung neuer Technologien nachhaltig zu sichern. Das Ziel dieser Bemühungen besteht darin, neue Dienstleistungen und Technologien und insbesondere Informations- und Kommunikationstechnologien (IUK-Technologien) zu entwickeln, um älteren Menschen so lange wie möglich ein selbstbestimmtes, unabhängiges und sozial integriertes Leben in ihren eigenen vier Wänden zu ermöglichen.
Dabei bleiben die Potenziale von IUK-Technologien der Generation 60+ derzeit oftmals noch vorenthalten. Ältere Menschen haben eigene soziale Bedürfnisse, individuelle Lebensweisen und andere Erfahrungen im Medienumgang, die bei der Gestaltung von moderner Technologien respektiert werden müssen. Insbesondere die Komplexität sozialer Medien aus dem Web 2.0-Umfeld, die Anzahl und Art der angebotenen Funktionen sowie die konkrete Gestaltung der Benutzerschnittstellen stellen einen großen Forschungsbedarf, aber auch Marktpotenziale im Kontext der Zielgruppe dar. Gleichzeitig wird durch zahlreiche AAL-Initiativen ein neues Anwendungsfeld und ein Markt erschlossen, welcher wettbewerbsfähige, einfach zu bedienende Produkte mit ansprechendem Design für die Zielgruppe „Ältere Menschen“ hervorbringt: „Senioren-Medien (für) Übermorgen.“

Der Workshop „Senioren. Medien. Übermorgen.“ wird von drei Organisationen koordiniert, die alle in jeweils unterschiedlichen AAL-EU-Projekten daran arbeiten, dass das o.g. Ziel erreicht wird, wettbewerbsfähige, einfach zu bedienende Produkte mit ansprechendem Design für die Zielgruppe „Ältere Menschen“ zu gestalten.

Bei den drei Projekten handelt es sich um…

… das Projekt ALICE, …
ALICE erforscht, entwickelt und integriert ein Set von Web 2.0-basierten interaktiven Diensten in das bestehende TV-Gerät. Mit diesen Diensten werden ältere Menschen in die Lage versetzt, in ihrer gewohnten Umgebung auf die Instrumente der IT-basierten Kommunikation und der sozialen Interaktion zurückzugreifen. So will ALICE neue Wege für ältere Menschen bereiten, um Momente der Freude, des Spaßes und der Fröhlichkeit trotz der vorherrschenden räumlichen Distanz zu Freunden und Familie zu gewährleisten.

…das Projekt SI-Screen / ELISA, …
Das Projekt SI-Screen / ELISA (Elderly Interaction & Service Assistent) hat das Ziel die soziale Interaktion älterer Menschen mit ihrer Familie, Freunden und Bekannten aus der näheren Umgebung zu erleichtern und sie beim Erhalt bestehender und Entwicklung neuer Kontakte und Freundschaften zu unterstützen. Darüber hinaus sollen ältere Menschen die Möglichkeit erhalten lokale und regionale Angebote, wie Events,  Sport- und Gesundheitsangebote zu finden und daran teilzunehmen.

… und das Projekt FoSIBLE.
Das Projekt FoSIBLE erforscht und entwickelt neuartige Unterstützungsansätze zur sozialen Interaktion Älterer im Kontext eigener Wohnräume. Hierzu werden sowohl Medienanwendungen und Geräte aus dem Umfeld von Fernsehen und interaktiven Spielen verbunden, als auch neuartige Ansätze aus dem Bereich der Heimsensorik (SmartHome), Gestenerkennung und intelligenter Möbel (SmartFurniture) erforscht und integriert.

Zentrale Fragestellungen des Workshops

Zentrale Fragestellungen für diesen Workshop sind technologischer, sozialer und wirtschaftlicher Natur:

  • Wie (intensiv) nutzen ältere Menschen die neuen Medien und Technologien?
  • Welche Tätigkeiten unterstützen ältere Menschen durch moderne Technologien?
  • Welche Motivationsfaktoren und Nutzungsbarrieren existieren hinsichtlich neuer Technologien bei älteren Menschen und insbesondere hinsichtlich Web 2.0 typischer Angebote wie Sozialen Netzwerken?
  • Welche Methoden existieren, um ältere Menschen in der Erlangung von Computer- bzw.- Web (2.0)-Literacy zu unterstützen?
  • Welche Chancen und Barrieren gibt es für ältere Menschen bei der Benutzung von Systemen, insbesondere in einer sich rasch weiter entwickelnden Umwelt?
  • Welche Anforderungen haben ältere Menschen an die Mensch-Maschine-Schnittstelle in der Benutzung webbasierter Dienste und Plattformen?
  • Welche Gestaltungsoptionen und Anforderungen ergeben sich für die Forschung & Entwicklung zukünftiger Interaktionskonzepte für die Zielgruppe?
  • Welche neuartigen Anforderungen und Methoden entstehen für die lebensnahe Evaluation im Anwendungskontext durch beispielsweise Living Labs?
  • Welche Gestaltungsoptionen und Anforderungen existieren für Social TV und Community-Systeme für ältere Menschen?
  • Welche Innovationspotentiale und Handlungsoptionen entstehen im Wechselspiel zwischen Forschung und Markt im Kontext von Ambient Assited Living?
  • Wie können nachhaltige Geschäftsmodelle für Produkte und Dienstleistungen im AAL-Umfeld aussehen?

Zielgruppen und Beitragsformen des Workshops

Der Workshop richtet sich sowohl an Akteure aus der anwendungsorientierten Forschung als auch an Entscheidungsträger aus der Praxis und soll als ganztägige Veranstaltung eine Diskussion zwischen Theorie und Praxis stimulieren.
Es können sowohl geplante Entwicklungen (Design-Studien und Demonstrationen) als auch bereits durchgeführte Studien eingereicht werden, welche diese Aspekte behandeln. Empirische Studien (auch Experimente) aus der Psychologie, CSCW, BWL, (Wirtschafts)Informatik und Sozialwissenschaften sowie Erfahrungswerte aus der Praxis sind ebenso erwünschte Beiträge zur Einreichung.
Beiträge zum Workshop können als wissenschaftliche Beiträge (max. 6 Seiten), Praxisbeiträge (2- 4 Seiten) oder Systempräsentationen (2- 4 Seiten) eingereicht werden.

Senden Sie Einreichungen bitte per E-Mail an senioren.medien.uebermorgen@kooperationssysteme.de.

Der Tagungsband des Workshops wird im gemeinsamen M&C-Workshopband veröffentlicht. Dabei gelten die Autorenrichtlinien der Konferenz.

Wichtige Termine & Ablauf

Der Workshop wird als ganztägige Veranstaltung eine Diskussion aus einer wissenschaftlichen sowie einer praxisnahen Perspektive beleuchten.
Neben Kurzpräsentationen in Form von Impulsvorträgen (ca. 15 Minuten Vortrag und Fragen) zu den vorher eingereichten schriftlichen Beiträgen werden wir ausreichend Zeit für (Gruppen-)Diskussionen berücksichtigen.

17.07.2011 Einreichungsfrist für Beiträge in Druckversion (verlängert)
17.07.2011 Frühbucherfrist der Konferenz
22.07.2011 Benachrichtigung über Annahme (verlängert)
13.09.2011 Workshop auf der Mensch&Computer 2011 in Chemnitz

Kontaktinformationen

Martin Burkhard, Dr. Alexander Richter & Prof. Dr. Michael Koch
Forschungsgruppe Kooperationssysteme München
Universität der Bundeswehr München
Werner-Heisenberg-Weg 39
87755 Neubiberg
Telefon: +49-89-6004-4406
E-Mail: a.richter@unibw.de
WWW http://www.kooperationssysteme.de

DI Kurt Majcen, Dr. Alexander Stocker
DIGITAL-Institut für Informations- und Kommunikationstechnologien
JOANNEUM RESEARCH
Steyrergasse 17-19
8010 Graz
Mail: kurt.majcen@joanneum.at
WWW: http://www.joanneum.at/de/digital.html

Steffen Budweg, Matthias Klauser & Prof. Dr.-Ing. Jürgen Ziegler
AAL-JP Projekt FoSIBLE
Forschungsgruppe Interaktive Systeme und Interaktionsdesign
Fakultät für Ingenieurwissenschaften
Universität Duisburg-Essen
Lotharstr. 63
47057 Duisburg
E-Mail: coordination@fosible.eu
WWW: http://fosible.eu