Home
Universität der Bundeswehr München
Geschrieben von: Alexander Richter
22. Dezember 2010

Social Software und die Unternehmenskultur

In der Ausgabe 6/2010 der Zeitschrift Wirtschaftsinformatik und Management (WUM) ist ein Artikel von Alexander Richter, Kai Riemer und Michael Koch mit dem Titel „Social Software und die Unternehmenskultur“ erschienen, den wir an dieser Stelle (aufgrund der geltenden Copyright-Bestimmungen der WUM nicht in der finalen Druckfassung, sondern in der Autorenversion) zur Verfügung stellen. Hier geht es zum Original-Beitrag. (Download als pdf)

Social Software und die Unternehmenskultur

4 Antworten to “Social Software und die Unternehmenskultur”

  1. 1
    Karsten Ehms schreibt:

    Hallo Alex,
    meine 20 Zeilen zu den (kurzfristig) häufig überbewerteten Veränderungserwartungen, was die Unternehmenskultur angeht.

    http://www.ehms.net/java/?story=3904

  2. 2
    Alexander Stocker schreibt:

    Hallo Alex, super Artikel. Hab ich via Twitter weiterempfohlen. LG, Alex

  3. 3
    Andrea Back schreibt:

    Hab den sehr gut strukturierten Artikel und das detailliert ausgearbeitete Fallbeispiel mit grossen Interesse gelesen. Die Gedanken und Fragen, die mir dazu gekommen sind, teile ich hier, Denn da ich schon denke, dass „Kultur“ ein wichtiger Faktor ist, es kulturelle „Readiness“ braucht und sich schon Arbeitspraktiken verändern, wollte ich die Aussagen des Artikels gut verstehen. Ich bin auch der Meinung, dass diese nutzungsoffenen Werkzeuge von Menschen für ihre Arbeit immer nutzenstiftend gestaltet und eingesetzt werden können. Das sieht man ja an E-Mail. Sogar die Leute, die über ihren Twitter-Account nur die herkömmlichen Pressemitteilungen publizieren, werden das Werkzeug nützlich – und praktisch nicht prozessverändernd finden. Dennoch in Stichpunkten, was ich zum dem Fallbeispiel und Artikel bemerken und diskutieren möchte:
    – das untersuchte Unternehmen, das Microblogging in der Projektarbeit einsetzt, dürfte eine hohe kulturelle Readiness (oder Maturity) für diese Arbeits- und Kommunikationspraxis haben.
    – Microblogging in Projektteams funktioniert auch als „Insel-Praxis“ innerhalb von Organisationen. Wir haben die Arbeitspraktiken verschiedener Teams in der Software-Entwicklung (in einem Unternehmen) untersucht. Die arbeiten recht verschieden, obwohl gleiche Werkzeuge verfügbar sind. Die einen arbeiten m.E. mit den Tools sehr innovativ, d.h. haben neue Arbeitspraktiken kreiert, die anderen nutzen die Tools eher unterstützend zu den tradierten Praktiken.
    – Ich denke, die Arbeitspraktiken (mit Produktivitäts- und positiven wie auch negativen (qualitativen) Seiteneffekten) können schon sehr unterschiedlich sein, auch wenn sie im Ergebnis dasselbe bringen, nämlich was getan werden muss, um Projekte erfolgreich zu bearbeiten. (Das ist vielleicht so, wie man binär oder dezimal rechnen kann, um die gleiche Aufgabe zu lösen – aber die Umstellung vom einen System auf das andere, die ist nicht leicht.)
    – Dann ist es vermutlich auch so, dass wir in einer frühen Phase der Adoption dieser Werkzeuge und damit der Gestaltung der Nutzungspraktiken sind. Die wenigen Leute, die in Organisationen so arbeiten, haben noch nicht die kritische Masse, um sichtbare Systemveränderungen zu bewirken. Die sind eher bei Start-ups zu beobachten, wie Prozesse sich wirklich grundlegend verändern können. (Ist nicht auch agiles Projektmanagement, das ja auch anderen Prinzipien folgt als das klassische, eine Änderung im Projektmanagement?). Ich habe ReWork – Change the way you work forever von Seth Godin (37signals – aka Basecamp, Highrise u.a.) gelesen, und schliesse daraus, wenn man die 2.0-igen Tools auch in 2.0-iger Geisteshaltung und Arbeitsweisen nutzt, dann kommt das „Work Process Innovation“ sehr nahe.
    Seeking your thoughts,
    Besten Dank für den inspirierenden Artikel

  4. 4
    Alexander Richter schreibt:

    Danke für die Blumen und Ihren Diskussionsbeitrag, Frau Back.
    Ich würde zustimmen, dass das untersuchte Unternehmen eine hohe kulturelle Readiness hat. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass dieselbe Plattform trotzdem nicht von allen Gruppierungen im Unternehmen gleich eingesetzt wird/wurde. Das was Sie Insel-Praxis nennen haben wir also auch beobachtet. Es ist nicht Inhalt des Artikels, für den wir nur ein Team ausgewertet haben. Aber zu diesen Nutzungsunterschieden haben wir bereits interessante Daten, die auch ein Stück weit zeigen, dass man nicht nur von „einer Firmenkultur“ ausgehen darf, die man sogleich verändern möchte. Wobei dies unser Argument der Nutzungsoffenheit untermauert: Selbst im selben Unternehmen kann dasselbe Werkzeug zu unterschiedlichen Nutzungspraktiken führen und die IT-Nutzungspraktiken werden von bereits bestehenden Prozessen oder Rollen beeinflusst und nicht so sehr umgekehrt. Und wie Sie schreiben ist es tatsächlich nicht wichtig, ob „binär oder dezimal gerechnet wird“ (bzw. wie im Projekt gearbeitet wird), sondern ob das Werkzeug diese Arbeitsweise produktiv unterstützt. Die Herausforderung, die sich darüber hinaus noch stellt, ist es ggf. neue technisch-unterstützte Arbeitspraktiken, die sich als positiv herausstellen, auch an alle Mitarbeiter zu kommunizieren – aufgrund der von Ihnen genannten frühen Phase der Adoption. Gerade wenn es sich um keine Insellösung, sondern um eine firmenweite Plattform handelt (wir haben beispielsweise auch die Nutzung von Yammer@Capgemini mit inzwischen über 18000 Nutzern untersucht, da bekommt man nicht gleich mit, wenn ein Nutzer eine neue Nutzungsidee hat) ist es wichtig, dass gute Praktiken sich herumsprechen. Und genau aus diesem Grund würde ich zustimmen, dass Start-ups schneller sichtbare Systemveränderungen bewirken können. Wobei wir wieder am Anfang sind. Denn unsere Beobachtung war ja, dass sich die bestehenden Rollen (und damit zusammenhängende Arbeitsweisen) in der Plattform wiedergespiegelt haben.

Antwort/Kommentar