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Universität der Bundeswehr München
Geschrieben von: Alexander Richter
14. Juli 2009

Neue Ausgabe der Zeitschrift „Information – Wissenschaft & Praxis“

Vor kurzem erschien mit dem Titel „Wissensmanagement mit Social Software“ die vierte Ausgabe des 60ten Jahrgangs (!!) der Zeitschrift „Information – Wissenschaft & Praxis„.

Den Herausgebern Markus Heckner (Accenture) und Christian Wolff (Uni Regensburg) ist eine gute Mischung aus spannenden Beiträgen aus Wissenschaft und Praxis gelungen. Neben unserem eigenen Beitrag – „Awareness 2.0 – Ein Anwenderbeispiel von Microblogging im Unternehmen“ möchte ich besonders auf zwei andere Beiträge hinweisen, die ich für ein absolutes Must-Read halte (was nicht heißt, dass die anderen Beiträge z.B. von Anja Ebersbach und Markus Glaser zum IBM Wiki „Bluepedia“ nicht auch spannend zu lesen sind):

– Isa Jahnke – „Das Informelle ist das Besondere – Veränderung formaler Strukturen in Organisationen durch neue Medien

Isa geht mit ihrem Beitrag auf den informellen Charakter von Web 2.0-Plattformen ein. Ihm stellt sie die formalen Rollen von Menschen in Organisationen gegenüber, die diese zugewiesen bekommen und übernommen haben, die die Kommunikation und damit den Wissensaustausch beeinflussen. Sie zeigt in einem Fallbeispiel anschaulich „wie die Kultivierung einer Community es ermöglichen kann, das Informelle lebendig zu halten, und zeigt, wie tradierte, althergebrachte Wissensaustausch-Strukturen in Organisationen verändert werden können.“

Mit den in der Tabelle „Unterstützung des Informellen (in Form der Community-Kultivierung)“ enthaltenen Punkten sollte sich m.E. eigentlich jeder auseinander setzen, der sich mit der Einführung von Social Software in einer Organisation beschäftigt. Insgesamt stellt der Beitrag einen tollen Überblick über Ansatzpunkte bei der Adaption einer Web 2.0-Plattformen in einer Organisation dar.

– Alexander Warta – „Über den Einfluss der Wiki-Engine auf die Nutzung von Unternehmenswikis

Alex hat im Rahmen seiner Dissertation Daten aus 102 Confluence-Wikis und acht MediaWikis aus dreizehn Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branchen gesammelt. Ich finde seine Studie (nicht nur aufgrund dieser Zahlen) sehr beeindruckend und denke, dass diese aktuell (zumindest in Deutschland) seinesgleichen sucht.

In seinem Beitrag stellt Alex sich die Frage, ob sich die Wiki-Engine auf die Wiki-Nutzung in Unternehmen auswirkt und betrachtet dabei v.a. Umfang, Kollaboration, mediale Abgrenzung und Verlinkung in den Wikis. Sein Fazit: „Unterschiedliche Interpretationen des Wiki-Konzepts – in Form verschiedener Engines – führen offensichtlich auch zu differenzierter Nutzung und entsprechender Herausforderungen und Chancen.“ Oder auch: Wiki ist nicht gleich Wiki.
So intuitiv sich diese Aussage anhört, so wenig hat man dies doch in vielen Unternehmen erkannt. Umso relevanter erscheinen deswegen die Ergebnisse aus Alex Studie und die Schlüsse, die er daraus zieht.

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