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Universität der Bundeswehr München
Geschrieben von: Michael Koch
8. Mai 2007

European Identity Conference 2007 – Portable Identity

Heute war ich auf der 1st European Identity Conference 2007 in München – Nicht so sehr wegen meiner eigentlichen Arbeitsgebiete CSCW und Enterprise 2.0 / Social Software, sondern eher weil ich vor einiger Zeit auch im Bereich Identity Management gearbeitet habe.

Und wie erwartet war der Hauptfokus der Konferenz auch auf dem unternehmenszentrierten Identitätsmanagement, d.h. der (zentralen) Zugangsverwaltung in Unternehmen. Dick Hardt bezeichnete das in seiner Keynote als „Identity 1.0“. Dem gegenüber steht seiner Meinung nach mit „Identity 2.0“ die benutzerzentrierte Verwaltung von Identitätsinformation – föderiert und dezentral. Da stimme ich ja zu – nur neu ist das nicht. Das benutzerzentrierte Identitätsmanagement gab es schon immer parallel zum unternehmenszentrierten – wichtig für E-Commerce und Web 2.0 / Social Software. Nur richtig abgehoben hat das ganze noch nicht. Vielleicht klappt es ja jetzt mit dem neuen Schub bei OpenId?

Und bei Enterprise 2.0 Anwendungen kann man sich wie die Vergangenheit gezeigt hat ja auf das unternehmenszentrierte Identitätsmanagement abstützen!

Ein Panel ist noch besonders herauszuheben. Unter dem Titel „Portable Identity“ diskutierten Peter Helfenstein (Collanos Software), Paolo Dimas (TimeBI), Dietmar Büto (Viadeo) und Rainer Stecken (Globolog) über „You can’t take it with you: Portable Identity and Social Networks“. Der Moderator Tim Cole motivierte das Thema auch sehr schön mit einer Erkenntnis aus dem letzten DLD-Event in München: Wenn man mit dem Studium fertig ist, dann will man eigentlich von StudiVz zu Xing umziehen – nur das geht heute noch nicht. Eigentlich ein sehr spannendes Thema – Allerdings trugen die Teilnehmer im Panel nicht sehr viel dazu bei – Es dominierte die Ansicht, dass die Daten auf der Plattform nicht unbedingt dem Benutzer frei verfügbar gemacht werden müssen/sollten – Es war keine Problemeinsicht vorhanden. Das Publikum war da um einiges kritischer und fordernder in seinen Fragen und Kommentaren. Tim Cole schloss deshalb auch mit der Erkenntnis, dass es vielleicht noch zu früh für so ein Panel gewesen sein – und dass man sich in einem Jahr wieder treffen sollte.

3 Antworten to “European Identity Conference 2007 – Portable Identity”

  1. 1
    Toby Baier schreibt:

    Hallo Herr Koch,
    schön, Sie im Enterprise 2.0 Feld wiederzufinden (auch wenn es mich natürlich nicht überrascht)! Ich beschäftige mich immer noch mit Identity Management, auch der persönlichen Seite davon, aber eben auch mit Enterprise 2.0 Themen. Mich wundert, dass Sie E 2.0 Anwendungen auf unternehmenszentriertes Identitätsmanagement abstützen können wollen: wie geht man dann mit unternehmensfremden Identitäten, also Partnern oder (potentiellen!) Kunden? Ich denke, dass auch hier eine offene Struktur von Vorteil sein könnte – eine wirklich portable (oder zumindest vorzeigbare) Identität natürlich noch viel mehr! Danke im übrigen auch für den tollen Social Software Bericht! Freue mich darauf, noch mehr von Ihnen zu hören!

    Liebe Grüße,
    Toby Baier

  2. 2
    Joerg Resch schreibt:

    Hallo Herr Koch,
    in der Tat hat das Panel, das Sie zitieren, nicht im gewünschten Umfang gezeigt, dass „portable Identities“ und soziale Netzwerke zusammen gehören. Es lag auch ein wenig daran, dass es bei fast allen großen Plattformen im Netz ganz frische Aktivitäten in Sachen User Centric Identity gibt und man sich in dieser Phase ungern in der Öffentlichkeit äußert. Im kommenden Jahr (22.-25.04.07) werden wir das Thema auf der zweiten Ausgabe der Konferenz wieder aufnehmen und dann sehr viel konkreter darüber sprechen können.
    Viele Grüße
    Joerg Resch

  3. 3
    Michael Koch schreibt:

    Toby Baier schrieb: „Mich wundert, dass Sie E 2.0 Anwendungen auf unternehmenszentriertes Identitätsmanagement abstützen können wollen: wie geht man dann mit unternehmensfremden Identitäten, also Partnern oder (potentiellen!) Kunden? Ich denke, dass auch hier eine offene Struktur von Vorteil sein könnte.“

    Da stimme ich völlig zu. Idealerweise sollte E 2.0 Anwendungen – genauso wie die bisherigen Extranet-Collaboration-Anwendungen auch Partner und vielleicht sogar Kunden offen stehen. Das Problem sehe ich eher in der Umsetzung – und da ist es momentan das einfachste im ersten Schritt das ID-Management auf das unternehmensinterne abzustützen. Es gibt übrigens schon einige Firmen (z.B. BMW), die ihr internes ID-Management für Partner etc. öffnen (ohne es gleich E 2.0 zu nennen) – Motivation dazu ist die Einrichtung von Extranet-Portalen und Collaborations-Anwendungen, bei denen die Partner mitarbeiten können sollen.

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